Mittwoch, 25. April 2018

Was kann Design Thinking?

Die Innovationsmethode als Startpunkt für Change-Prozesse im Unternehmen nutzen

Design Thinking deckt verschiedene Bereiche ab: Ideenfindung, Kundenzentrierung (User-Experience), neue Methoden der Zusammenarbeit, Einblick in agile Arbeitsmethoden und Prototyping. Dadurch eignet sich die neuartige Methode hervorragend, um Change-Prozesse in Unternehmen vorzubereiten und anzustoßen.

Ute Hamelmann ist Innovationsmanagerin bei WestLotto und hat 2017 am WHU Design Thinking Programm teilgenommen. In diesem Interview gibt sie hilfreiche Tipps für Manager und Führungskräfte um Design Thinking im Unternehmen erfolgreich einzusetzen.


Frau Hamelmann, warum haben Sie sich überhaupt für ein Design Thinking Seminar interessiert?

WestLotto stand mit dem Innovationsmanagement ganz am Anfang und ich im Prinzip auch. Wir wollten weg vom klassischen betrieblichen Vorschlagswesen bzw. Ideenmanagement, das man bislang als Innovationsmanagement verstand, hin zu einem umfassenden Innovations- und Change-Prozess des Unternehmens. Ich hatte viel zu dieser Thematik gelesen und von der Design-Thinking-Methode als guten Einstieg erfahren. Man muss die Innovations-Methoden selbst erleben, um sie im Unternehmen überzeugend verkaufen und umsetzen zu können. Insofern habe ich mich erstmal in die bunte Welt des Innovationsmanagements gestürzt und mich mit Design-Thinking, Scrum, Kanban, Prototyping-Tools und der Berliner Inno:Lab- und Start-Up-Szene beschäftigt. Letzten Endes bin ich dann mit einem Koffer voll neuer Methoden und Ansätzen ins Unternehmen zurückgereist.


Sie haben 2017 am Design Thinking Programm der WHU teilgenommen. Was haben Sie daraus mitgenommen?

Die WHU bietet einen verständlichen, anspruchsvollen Einstieg in das Thema. Aus dem Kontext der VUCA*-Welt (VUCA= Volatility, Uncertainty, Complexity und Ambiguity) heraus wird zunächst ein theoretischer Einblick in die Herausforderungen an Unternehmen in der digitalen Welt gegeben. Im Design-Thinking-Prozess erlebt man danach auf spielerische Art und Weise, wie man auf neue und andere Art und Weise in dieser veränderten Welt an Problemlösungen oder Produkten arbeitet. Der Austausch mit Kollegen aus verschiedenen Branchen zeigte darüber hinaus, dass man nicht allein vor diesen Herausforderungen steht. Die Vernetzung ist gerade für Innovationsmanager extrem wichtig. Aus dem Design Thinking Programm habe ich vor allem mitgenommen, dass aus einer Idee nur dann ein gutes Produkt wird, wenn man es konsequent an den Kundenbedürfnissen entlang entwickelt. Das kann man schon mit ganz geringen finanziellen und zeitlichen Ressourcen tun.


Konnten Sie Design Thinking nach dem Programm direkt im Unternehmen anwenden?


Auf jeden Fall! Im Anschluss an das WHU Design Thinking Programm ging ich gemeinsam mit dem Annahmestellen-Vertrieb von WestLotto eine erste Fragestellung mit der Design-Thinking-Methode und einem Design-Thinking-Sprint an. Wir kamen zu beeindruckenden Ergebnissen, die weit über unsere Erwartungen hinausreichten. Es wurden zum einen viele tolle Ideen produziert, aber noch wichtiger waren Erkenntnisse rund um die Einstellung und das Kaufverhalten verschiedener Zielgruppen. Wir initiierten danach verschiedene Design-Thinking-Tests mit Bestandskunden und potenziellen Kunden und führten rund um unsere Ideen-Prototypen insgesamt etwa 40 einstündige Interviews. Die Ergebnisse fanden viel Gehör im Unternehmen und kleinere Verbesserungsvorschläge wurden sofort umgesetzt. Die wirklich neuen Erkenntnisse deckten sich mit denen anderer Lotteriegesellschaften auf europäischer Ebene. Wir veränderten die Ausgangsfragestellung daraufhin ein wenig und arbeiten nun an einem wichtigen Innovationsthema.


Welchen Tipp können Sie Führungskräften und Managern zur Umsetzung von Design Thinking geben?

Mein Tipp an Manager und Führungskräfte: Unbedingt die Methode ausprobieren und selbst an einer Design-Thinking-Challenge teilnehmen. Bei den fünf Workshops, die ich mittlerweile mitgemacht habe, fand ich es bemerkenswert, welchen Aha-Effekt auch Manager haben, wenn sie mit „echten“ Menschen auf der Straße über ihre Produkte bzw. Prototypen sprechen. Digitalisierung heißt nämlich auch: Raus aus dem Elfenbeinturm. Design-Thinking ist ein ideales Werkzeug, dies in die Tat umzusetzen.


Starten Sie Ihren Innovationsprozess!


Lernen Sie die Innovationsmethode selbst kennen! Das WHU Design Thinking Programm bietet einen guten Einstieg in das Thema und ermöglicht Austausch mit Managern und Führungskräften aus anderen Branchen – in einem geschützten Umfeld.

Das nächste Design Thinking Programm findet am 7.-8. Juni 2018 in Berlin statt. Einige wenige Plätze sind noch frei.

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Ute Hamelmann, Innovationsmanagerin bei WestLotto