Erfolgsfaktor Unternehmenswandel

So gelingt Ihnen als Führungskraft eine nachhaltige und strategisch konsistente Corporate Transformation

Corporate Transformation ist im Grunde nichts Neues. Schließlich verbirgt sich dahinter der Unternehmenswandel, also die stetige Anpassung eines Unternehmens an sein wirtschaftliches und gesellschaftliches Umfeld. Aber selten waren die Treiber, die Unternehmen zu einer strategischen Neuorientierung zwingen, so dominant wie heute. Rakesh Thadani, Director Strategic Engagements & Advisor Relations DACH bei Wipro, und Serden Oczan, Professor und Inhaber des Lehrstuhls für Innovation und Corporate Transformation an der WHU – Otto Beisheim School of Management, zeigen im folgenden Interview die Herausforderungen für Führungskräfte während der Corporate Transformation auf und erläutern, welche Eigenschaften eine erfolgreiche Führungskraft auszeichnen.

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Rakesh Tadani, Prof. Dr. Serden Oczan

Corporate Transformation ist im Grunde nichts Neues. Schließlich verbirgt sich dahinter der Unternehmenswandel, also die stetige Anpassung eines Unternehmens an sein wirtschaftliches und gesellschaftliches Umfeld. Aber selten waren die Treiber, die Unternehmen zu einer strategischen Neuorientierung zwingen, so dominant wie heute. Rakesh Thadani, Director Strategic Engagements & Advisor Relations DACH bei Wipro, und Serden Oczan, Professor und Inhaber des Lehrstuhls für Innovation und Corporate Transformation an der WHU – Otto Beisheim School of Management, zeigen im folgenden Interview die Herausforderungen für Führungskräfte während der Corporate Transformation auf und erläutern, welche Eigenschaften eine erfolgreiche Führungskraft auszeichnen.

Gibt es Unternehmen, denen die Corporate Transformation besonders gut gelingt? Kennen Sie Best Practices auf internationaler Ebene?

Rakesh Thadani (RT): Dazu fällt mir spontan Microsoft ein. Das Unternehmen hat seit 2014 mit Satya Nadella als neuem CEO eine erstaunliche Entwicklung durchlaufen. Nicht nur durch den eindeutigen Fokus auf die Entwicklung einer eigenen Cloud, die geräteunabhängig eine einheitliche Kundenoberfläche schafft, wurde ein sehr gutes Wachstum erzielt. Auch interne Umstrukturierungen hinsichtlich Abteilungen und Teams haben dem Software-Riesen gutgetan. Man merkt, dass sich die Strategie des Unternehmens gewandelt hat und nun die User-Bedürfnisse und -wünsche an erster Stelle stehen ­– selbst, wenn das bedeutet, Kompromisse mit dem ewigen Rivalen Apple einzugehen.

Welche Eigenschaften bzw. Fähigkeiten einer Führungskraft auf Top-Ebene sind bei der Corporate Transformation wichtig?

Serden Oczan (SO): Führungskräfte sollten stets wachsam sein und schnell lernen, dabei über den eigenen Tellerrand hinausblicken und sich nicht von der organisatorischen Trägheit ausbremsen lassen. Dies funktioniert nur, wenn sie eine enorme Begeisterung, Leidenschaft und ein nachhaltiges Engagement für die Ziele der Transformation zeigen.

Die zuvor genannten Eigenschaften reichen aber nicht allein für eine erfolgreiche Corporate Transformation. Der Wandel eines Unternehmens muss an der Spitze beginnen, vorgelebt werden und für alle Angestellten nachvollziehbar sein. Dabei müssen Führungskräfte den Balanceakt zwischen persönlicher Verantwortung und Engagement sowie intelligentem Delegieren leisten, um sicherzustellen, dass die strategische Ausrichtung beibehalten wird und gesetzte Ziele nicht im Alltagsgeschäft untergehen.

- Im Rahmen der Corporate Transformation werden besonders die kognitiven Fähigkeiten, aber auch das strategische Verständnis des Top-Managements gefordert. Kurz gesagt, es muss wahrer Unternehmergeist gezeigt werden.

Prof. Dr. Serden Oczan

Was sind die größten Treiber der Corporate Transformation?

RT: Als größte Treiber sehe ich vor allem die Anforderung der Kunden, die sich auf einem immer höheren Niveau bewegen, aber auch Anforderungen aktueller und potenzieller Mitarbeiter. In Zukunft wird die „Ressource“ qualifizierter Mitarbeiter immer knapper werden. Bereits heute bemerkt man, wie sich das Machtverhältnis zwischen Arbeitgeber und -nehmer wandelt. Auch wird es immer schwieriger, gutes Personal zu finden und zu halten. Diese Faktoren müssen bei der Führung eines Unternehmens eine zentrale Rolle spielen, um langfristig am Markt bestehen zu können.

- Die Führungsmaxime „Walk the talk“, also mit gutem Beispiel vorangehen, sollte das Handeln einer Führungskraft bestimmen.

Rakesh Thadani

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen hinsichtlich der Corporate Transformation?

RT: Leider gibt es immer noch zu viele Führungskräfte, die den aktuellen Status Quo beibehalten und sich gegenüber Neuerungen querstellen. Oft hat das mit Unsicherheit oder Angst zu tun, manchmal auch mit Bequemlichkeit. Damit wird die gesunde Weiterentwicklung eines Unternehmens ausgebremst und im schlimmsten Fall ins Negative gekehrt. Ich denke, dieser Unwille zur Veränderung liegt vor allem daran, dass sich diese Menschen durch ihre berufliche Position definieren und nicht durch ihr Können.

Gerade als Führungskraft sollte man immer die eigene und unternehmerische Optimierung und Verbesserung anstreben. Das bedeutet auch, ohne Scheu mit anderen Personen und Unternehmen zu kooperieren, um den Unternehmenserfolg zu sichern. Ich bin der Meinung, dass Kollaboration und Transparenz in Zukunft noch wichtiger werden.

SO: Eine zentrale Herausforderung für Unternehmen besteht darin, alle Bereiche der eigenen Organisation für die Ziele der Corporate Transformation langfristig zu mobilisieren. Gerade zu Beginn herrscht häufig große Unsicherheit und Angst vor den Neuerungen, da ein Unternehmen durch die Corporate Transformation von Grund auf neu aufgestellt wird. Auch wenn es Führungskräften zunächst gelingt, Begeisterung für die Corporate Transformation zu erzeugen, besteht ein hohes Risiko, dass der Prozess nach dem ersten Impuls schnell wieder ins Stocken gerät. Umso wichtiger ist die Eigenschaft einer Führungskraft, Mitarbeiter proaktiv und kontinuierlich zu motivieren und in den Prozess einzubinden, damit dieser Prozess nicht an Dynamik verliert.

Des Weiteren wird der Wandel eines Unternehmens immer wieder ausgebremst oder sogar verhindert, wenn der Fokus ausschließlich auf schnellen Gewinnen liegt. Grund dafür sind schlecht durchdachte Strategien oder „kosmetische Korrekturen“, die sich nur auf alleinstehende, inkonsistente Projekte beziehen. Um dem entgegenzuwirken, sollten Unternehmen eine übergeordnete Agenda entwickeln, deren Teilprojekte systematisch ineinander verschachtelt sind, damit sich Synergien entwickeln können.

„Life long learning“ ­– das bewahrheitet sich besonders bei den Themen Führungsverhalten und Unternehmenswandel. Um den Herausforderungen des Marktumfeldes gewachsen zu sein, sollten auch Führungskräfte ihre Unternehmensstrategie und den eigenen Führungsstil stets reflektieren. Mit modernen und inspirierenden Führungsstrategien gelingt es, das eigene Unternehmen zukunftsfähig zu machen, indem bestehende Wettbewerbsvorteile ausgebaut und neue Potenziale erschlossen werden.

Das Advanced Mangement for Senior Professionals Program der WHU bietet ein 6-Tages-Intensivformat für erfahrene Führungskräfte im Bereich des gehobenen Managements, in dem neue Einblicke in Strategie, Führung und globale Entwicklungen der Wirtschaft vermittelt werden. In Gruppenreflexionen und Peer-to-Peer-Coachings können sich die Teilnehmenden aus unterschiedlichen Branchen in einem geschützten Umfeld austauschen und so direkten Input für das eigene Unternehmen generieren.

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WHU Executive Education erstmals in FT Ranking

Zum ersten Mal wurde das Executive Education-Angebot der WHU – Otto Beisheim School of Management im „Financial Times Executive Education Open Programs“-Ranking gelistet. Das Programm der WHU belegte europaweit den 29. Platz und weltweit Platz 1 hinsichtlich des Geschäftswachstums.

"Wir freuen uns sehr, dass sich die hohe Qualität unseres Executive Education-Angebots im Financial Times Ranking widerspiegelt“, erklärt Prof. Dr. Markus Rudolf, Rektor der WHU. „Es bestätigt unseren Anspruch, hervorragende Weiterbildung für Führungskräfte auf einem internationalen Niveau anzubieten.“

Im Bereich Executive Education bündelt die WHU ihre Weiterbildungsangebote. Das Portfolio umfasst maßgeschneiderte Programme für einzelne Unternehmen, offene Programme für Einzelteilnehmer oder Kleingruppen aus Unternehmen und die Certified-in-Programs, eine Weiterbildungsmöglichkeit auf MBA-Niveau. In den „Open Programs“ bietet die WHU zurzeit unter anderem Seminare zu Digitalisierung, Entrepreneurship, Finanzen, Leadership und Verhandlungsstrategien an.

Das FT Executive Education Ranking listet in der Kategorie „Open Programs“ die 80 besten internationalen Weiterbildungsprogramme, von denen das Programm der WHU Platz 60 belegt. Gerankt werden sie unter anderem nach der Qualität der Lehre, dem Kursaufbau und der Diversität der Teilnehmer. In die Bewertung fließen sowohl Angaben der Hochschulen als auch Befragungen von Programmabsolventen ein.

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Neu: Campus for Corporate Transformation

Eintägige Konferenz für Manager und Führungskräfte: Neue Perspektiven und Ansätze zum Thema Corporate Transformation

Nicht nur der gesellschaftliche Alltag wird immer schnelllebiger und mitunter hektischer, auch Unternehmen sind dem permanenten Einfluss von Digitalisierung und Globalisierung ausgesetzt. Wer sich nicht verändert oder sein Geschäftsmodell an diese Entwicklungen anpasst, gerät schnell ins Abseits. Trotz gewisser Risiken eröffnen neue Geschäftsmodelle und Technologien für Unternehmen enorme Potenziale. Diese wirken sich nicht nur auf das Unternehmen und dessen Marktumfeld als Gesamtkomplex aus, sondern betreffen ganze Abteilungen und Geschäftsbereiche.

Das neue Konferenzformat Campus for Corporate Transformation des Bereichs WHU Executive Education widmet sich dieser vielschichtigen Thematik und ermöglicht es Managern und Führungskräften, in einer eintägigen Veranstaltung neue Perspektiven und Herangehensweisen für das Thema Corporate Transformation zu entwickeln. Dabei steht der langfristige wirtschaftliche Erfolg von Unternehmen stets im Fokus. Prominente Führungskräfte der deutschen Wirtschaft geben exklusive Einblicke in die Entwicklung ihres Geschäftsbereiches und laden zu einem dynamischen Austausch ein, der praxisnahe Inspirationen und Anregungen bietet.

Teilnehmende der Konferenz können durch gezielte Impulse und aktuelle Inhalte ihre Expertise im Bereich Corporate Transformation vertiefen, ihr persönliches Netzwerk erweitern und konkrete Lösungsansätze für ihr Geschäftsumfeld entwickeln.

Digital Transformation – Perspectives from the Top
Digitalisierung stellt einen der komplexesten und gleichzeitig dynamischsten Einflüsse auf Wirtschaft und Gesellschaft dar. Neben rasanten Veränderungen wie beispielsweise in der Informationstechnologie oder Logistik zeichnet sich dieser Megatrend vor allem durch seine Auswirkung auf die verschiedensten Geschäftsbereiche und –ebenen aus. In dieser Veranstaltung werden die Auswirkungen der Digitalisierung unter anderem aus der Sicht eines CEOs, CFO, COO/CDO und CHRO beleuchtet. Erfahren Sie, wie sich führende Unternehmen in dem vielschichtigen Bereich der Digitalisierung sicher zurechtfinden und wie Sie für sich oder Ihr Unternehmen praxisnahe Lösungen entwickeln können.

Die Konferenz wird in Englisch gehalten und findet am 26. September 2018 am WHU Campus Düsseldorf statt.

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Was kann Design Thinking?

Die Innovationsmethode als Startpunkt für Change-Prozesse im Unternehmen nutzen

Design Thinking deckt verschiedene Bereiche ab: Ideenfindung, Kundenzentrierung (User-Experience), neue Methoden der Zusammenarbeit, Einblick in agile Arbeitsmethoden und Prototyping. Dadurch eignet sich die neuartige Methode hervorragend, um Change-Prozesse in Unternehmen vorzubereiten und anzustoßen.

Ute Hamelmann ist Innovationsmanagerin bei WestLotto und hat 2017 am WHU Design Thinking Programm teilgenommen. In diesem Interview gibt sie hilfreiche Tipps für Manager und Führungskräfte um Design Thinking im Unternehmen erfolgreich einzusetzen.


Frau Hamelmann, warum haben Sie sich überhaupt für ein Design Thinking Seminar interessiert?

WestLotto stand mit dem Innovationsmanagement ganz am Anfang und ich im Prinzip auch. Wir wollten weg vom klassischen betrieblichen Vorschlagswesen bzw. Ideenmanagement, das man bislang als Innovationsmanagement verstand, hin zu einem umfassenden Innovations- und Change-Prozess des Unternehmens. Ich hatte viel zu dieser Thematik gelesen und von der Design-Thinking-Methode als guten Einstieg erfahren. Man muss die Innovations-Methoden selbst erleben, um sie im Unternehmen überzeugend verkaufen und umsetzen zu können. Insofern habe ich mich erstmal in die bunte Welt des Innovationsmanagements gestürzt und mich mit Design-Thinking, Scrum, Kanban, Prototyping-Tools und der Berliner Inno:Lab- und Start-Up-Szene beschäftigt. Letzten Endes bin ich dann mit einem Koffer voll neuer Methoden und Ansätzen ins Unternehmen zurückgereist.


Sie haben 2017 am Design Thinking Programm der WHU teilgenommen. Was haben Sie daraus mitgenommen?

Die WHU bietet einen verständlichen, anspruchsvollen Einstieg in das Thema. Aus dem Kontext der VUCA*-Welt (VUCA= Volatility, Uncertainty, Complexity und Ambiguity) heraus wird zunächst ein theoretischer Einblick in die Herausforderungen an Unternehmen in der digitalen Welt gegeben. Im Design-Thinking-Prozess erlebt man danach auf spielerische Art und Weise, wie man auf neue und andere Art und Weise in dieser veränderten Welt an Problemlösungen oder Produkten arbeitet. Der Austausch mit Kollegen aus verschiedenen Branchen zeigte darüber hinaus, dass man nicht allein vor diesen Herausforderungen steht. Die Vernetzung ist gerade für Innovationsmanager extrem wichtig. Aus dem Design Thinking Programm habe ich vor allem mitgenommen, dass aus einer Idee nur dann ein gutes Produkt wird, wenn man es konsequent an den Kundenbedürfnissen entlang entwickelt. Das kann man schon mit ganz geringen finanziellen und zeitlichen Ressourcen tun.


Konnten Sie Design Thinking nach dem Programm direkt im Unternehmen anwenden?

Auf jeden Fall! Im Anschluss an das WHU Design Thinking Programm ging ich gemeinsam mit dem Annahmestellen-Vertrieb von WestLotto eine erste Fragestellung mit der Design-Thinking-Methode und einem Design-Thinking-Sprint an. Wir kamen zu beeindruckenden Ergebnissen, die weit über unsere Erwartungen hinausreichten. Es wurden zum einen viele tolle Ideen produziert, aber noch wichtiger waren Erkenntnisse rund um die Einstellung und das Kaufverhalten verschiedener Zielgruppen. Wir initiierten danach verschiedene Design-Thinking-Tests mit Bestandskunden und potenziellen Kunden und führten rund um unsere Ideen-Prototypen insgesamt etwa 40 einstündige Interviews. Die Ergebnisse fanden viel Gehör im Unternehmen und kleinere Verbesserungsvorschläge wurden sofort umgesetzt. Die wirklich neuen Erkenntnisse deckten sich mit denen anderer Lotteriegesellschaften auf europäischer Ebene. Wir veränderten die Ausgangsfragestellung daraufhin ein wenig und arbeiten nun an einem wichtigen Innovationsthema.


Welchen Tipp können Sie Führungskräften und Managern zur Umsetzung von Design Thinking geben?

Mein Tipp an Manager und Führungskräfte: Unbedingt die Methode ausprobieren und selbst an einer Design-Thinking-Challenge teilnehmen. Bei den fünf Workshops, die ich mittlerweile mitgemacht habe, fand ich es bemerkenswert, welchen Aha-Effekt auch Manager haben, wenn sie mit „echten“ Menschen auf der Straße über ihre Produkte bzw. Prototypen sprechen. Digitalisierung heißt nämlich auch: Raus aus dem Elfenbeinturm. Design-Thinking ist ein ideales Werkzeug, dies in die Tat umzusetzen.


Starten Sie Ihren Innovationsprozess!

Lernen Sie die Innovationsmethode selbst kennen! Das WHU Design Thinking Programm bietet einen guten Einstieg in das Thema und ermöglicht Austausch mit Managern und Führungskräften aus anderen Branchen – in einem geschützten Umfeld.

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Mergers & Acquisitions: Determinanten und Effekte frühzeitiger Ankündigungen bei Übernahmen

Determinanten und Effekte frühzeitiger Ankündigungen bei Übernahmen

Professor Dr. Nihat Aktas ist Inhaber des Lehrstuhls für Mergers & Acquisitions an der WHU seit 2013 und ist Faculty Director des Mergers & Acquisitions in Practice Program für Führungskräfte. Er gibt im Interview (nur in Englisch verfügbar) Einsicht in aktuelle Forschungsergebnisse zu M&A Verhandlungen frühzeitiger Ankündigungen bei Übernahmen.

Interview jetzt lesen (Englisch)

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